Faye – Herz aus Licht und Lava – Katharina Herzog



Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Loewe Verlag GmbH (24. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3743201910
Preis: EUR 18,95, als eBook 9,99
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Inhalt
Nach ihrem Ärger mit der Polizei, wird Faye von ihrer Mutter dazu gezwungen mit ihr nach Island zu fliegen. Obwohl sie nie dieses Land besuchen wollte, verliebt sie sich ziemlich schnell in die Landschaft. Besonders die Lichtung mit dem uralten Holunderbaum hat es ihr angetan. Doch genau dieser Baum ist in Gefahr, denn der Arbeitgeber von Fayes Mutter will ihn abholzen, um dort ein Hotel zu bauen. Einer alten Sage nach befindet sich im Baum der Eingang zur Elfenwelt und die seltsamen Vorkommnisse um ihn herum überzeugen Faye ihn retten zu müssen. Doch um dies zu tun, muss das Herz des Baumes gefunden werden, das vor Jahren gestohlen wurde. Während Faye versucht mehr über den Baum zu erfahren, läuft sie immer wieder dem attraktiven, wenn auch sehr temperamentvollen Aron über den Weg. Seine undurchschaubare Art macht es Faye nicht gerade einfach zu ergründen auf welcher Seite er steht, dabei würde sie ihn eigentlich gerne näher kommen.

Meine Meinung
Wusstet ihr, dass es in Island einen Elfenbeauftragten gibt, der dafür sorgt, dass die Menschen die Magie nicht vergessen? Ich wusste es nicht, doch es war eine dieser Sätze, die mich zusätzlich neugierig auf die Geschichte gemacht haben.

An Fayes Seite reist man nach Island, in ein Land, das sie eigentlich nicht besuchen wollte. Leider hatte sie aber dank ihrer “Freunde” Ärger mit der Polizei, weshalb ihre Mutter sie nicht allein lassen will. Diese hat dort einen Auftrag als Architektin für ein Hotel, was von vielen nicht gerne gesehen wird. Faye, die Pflanzen liebt, verliebt sich sofort in die Landschaft und hört auch gerne den Geschichten von Maria zu. Ihre Vermieterin glaubt nämlich an Elfen und ist daher gegen das Bauprojekt, denn der uralte Holunderbaum, der dem Hotel weichen soll, soll das Tor zum Elfenreich sein. Auch Faye ist ganz eingenommen von der Lichtung und dem Baum. Sie spürt, dass sie dem Baum helfen muss, auch wenn ihre Mutter dem nicht wirklich zuhören will.

Während Faye versucht mehr über den Baum und die Elfen zu erfahren, muss sie sich auch zwei anderen Problemen stellen. Zum einen scheint plötzlich das Geheimnis um ihren Vater in greifbare Nähe zu rücken. Ihre Mutter hat ihr nie etwas über ihn verraten, doch es scheint, dass damals alles hier begann. Vor 18 Jahren war diese nämlich hier auf Klassenfahrt und wurde schwanger. Doch wer könnte der Mann sein, der sich danach nie mehr meldete?
Zum anderen werden ihre eigenen Gefühle gehörig durcheinander gewirbelt, denn der gutaussehende, wenn auch arrogante Aron macht sie extrem neugierig. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, auch wenn er zwei verschiedene Seiten zu haben scheint. Mal ist er nett und liebenswert, mal ist er abweisend und kalt. Faye will ihm nahe sein, doch gleichzeitig weiß sie nicht, ob sie ihm vertrauen kann.

OK, ich mochte Faye. Sie war sympathisch und man konnte sie leicht als Protagonistin annehmen, aber gleichzeitig war ich irgendwie auch genervt von ihr. Sie ist 17 und erscheint oft dermaßen naiv, dass man nur die Augen verdrehen kann. Angeblich kennt sie sich mit Pflanzen aus, handelt sich aber mit eben diesen Ärger ein. Sie entdeckt Kräfte in sich und erlebt merkwürdige Dinge, ohne sie zu hinterfragen. Manchmal erschien sie unglaublich hochnäsig, sie denkt oft nicht nach und kann auch so manches Mal nicht 1 und 1 zusammenzählen. Und wenn man bedenkt, wie sie Aron blind vertraut und seine Launen hinnimmt, ohne auf all die anderen Hinweise zu achten, kann man sie schon fast als dämlich bezeichnen.

Ja, mit ihren Charakteren konnte mich Katharina Herzog nicht wirklich überzeugen. Sie sind ja nicht übel, aber oft einfach zu blind für das Offensichtliche. Begeistert haben mich hingegen die Beschreibungen von Island. Ihr gelingt es unglaublich gut die Landschaft in Worte zu fassen. Man sieht die Orte praktisch vor den eignen Augen und die meisten dieser Orte existieren tatsächlich. Die Beschreibung der Polarlichter, die der Lichtung und auch die beschriebene Freundlichkeit der Menschen macht Lust das Land selbst zu bereisen. Ihr Glaube an die Elfen und die Magie der Natur sind etwas Wunderbares, was es leider nicht überall gibt.

Schade hingegen ist, dass aus dem ganzen Elfen Thema nur wenig gemacht wurde. Ja, es kamen welche in der Geschichte vor, aber ihnen fehlte wahrlich die Magie. Da hat sich die Autorin schon solch magische Wesen ausgesucht und sie am Ende doch einfach nur menschlich gelassen.
Ein weiterer Punkt, der mir nicht gefallen hat, war die Vorhersehbarkeit. Es dauerte nur wenige Seiten, da hatte man schon seine Ideen und dann wurde alles immer durchsichtiger. Und auch in diesem Buch ist wieder dieses Verständigungsproblem dabei, denn viele wissen längst was oder wo das Herz des Baumes ist, doch niemand sagt etwas, was viel Frustration mit sich bringt.

Fazit
Die Geschichte um Faye entführt die Leser nach Island, ein Land der Mythen und Sagen. Obwohl die Handlung gut durchdacht ist, schwächelt sie bei den Charakteren und kann kaum überraschen. Trotz allem machen der Schreibstil und die tollen Landschaftsbeschreibungen das Buch durchaus lesenswert.

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