Mission Robin Hood – Rüdiger Bertram


Reihe: Retter der verlorenen Bücher 1
Herausgeber: Ueberreuter Verlag (13. Juli 2018)
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
ISBN-13: 978-3764151164
Preis: EUR 12,95
Come in: Bücherei

Inhalt

Emma, Maya und Oskar sind beste Freunde und absolute Leseratten, was sie in der Schule oft zu Opfern macht. Um ihren Peinigern zu entgehen, verbringen sie ihre Freizeit an dem einen Ort, den diese nie betreten würden, in der Bücherei. Frau Müller-Liebelein hat immer das passende Buch für sie. Als sie ihnen eines Tages die Geschichte von Robin Hood mitgibt, ahnen sie nicht, dass es für sie einiges verändern wird. Auf der Fluch vor den Klassenfieslingen schlagen sie das Buch auf und finden sich plötzlich im Sherwood Forest des Jahres 1194 wieder. Vor ihnen steht niemand geringeres als Robin Hood persönlich und es scheint, als bräuchte er ihre Hilfe.

Meine Meinung

Ich hatte gewisse Erwartungen an das Buch, da einige Posts auf Social Media mein Interesse geweckt hatten. Geworben wurde vor allem mit witzigen und verrückten Sprüchen von Frau Müller-Liebelein. Die Bibliothekarin erschien dadurch als knallhart und schonungslos, aber eben auch sehr buchverliebt. Zumindest diesbezüglich wurden meine Erwartungen erfüllt. Was den Rest angeht, nun, das ist eine andere Geschichte.

Fangen wir aber mit Frau Müller-Liebelein an. Sie ist durch und durch Bibliothekarin. Sie liebt das geschriebene Wort, kennt ihre Kunden und ist bereit ihre Bücher zu verteidigen. Ihr Job ist ihr Leben. Als der Bürgermeister nun droht die Bücherei zu schließen, ist sie bereit ihre Schätzchen zu retten. Schon beinahe getrieben, hält sie an ihrem Job fest und bezeichnet die Bücher der Bücherei als ihr Eigentum. Obwohl es schon irgendwie verrückt ist, da sie dadurch so schusselig und durcheinander ist, ist es irgendwie auch reizend und sympathisch. An dieser Stelle kann ich wohl hinzufügen, dass trotz meiner Sympathie für sie, ich nur ungern mit ihr arbeiten würde.

Die Protagonisten Emma, Maya und Oskar wirken durch die Geschichte hindurch dagegen eher blass. Man erfährt, dass sie gerne lesen und dafür halt auch geärgert werden, aber sonst gibt es kaum was zu ihren Persönlichkeiten. Ihre abenteuerliche Reise in die Geschichte von Robin Hood bringt auch nicht viel zu tage. Es ist schade, dass man ihnen so wenige Charakterzüge geschenkt hat. Als Leser kann man sich ja nicht mal wirklich mit ihnen identifizieren, dafür kennt man sie zu wenig. Zwar wird mehr oder weniger Emmas Perspektive eingenommen, helfen tut es jedoch nicht.

Der traurigste Punkt des Buches ist für mich jedoch die Darstellung von Robin Hood. Wer hier den typischen Helden aus dem Sherwood Forest erwartet, wird kläglich enttäuscht. Statt dem bekannten Bogenschützen bekommt man einen billigen Abklatsch serviert. Der Jammerlappen hat absolut nichts mit der Figur zu tun, die man aus Büchern und Filmen kennt. Sein Benehmen erinnert an das eines bockigen Kindes und auch vom Verstand her scheint er sich auf dieser Stufe zu befinden. Wie sonst soll man sich erklären, dass er schmollend den Kindern verspricht nur noch die Reihen auszurauben?

Es hat mich unglaublich enttäuscht, wie lächerlich die Helden von Sherwood Forest gemacht wurden. Robin Hood und seine Gefährten sind wie Kinder gezeichnet, während Lady Marian über sie wacht und drohend den Finger über die hält. Besonders schlau scheint auch niemand von ihnen zu sein, denn keiner von ihnen merkt, dass Robin Hood eine Sehschwäche hat. Aber nicht nur sie fast alle Erwachsenen sind irgendwie trottelig dargestellt. Besonders helle ist hier aber eh niemand, höchstens die Kinder im Vergleich zu den Anderen.

Ich finde es schade, dass den Lesern dieses Buches dies traurige Bild von Robin Hood präsentiert wird. Nicht alle kennen in dem jungen Alter, für den das Buch empfohlen wird, die Geschichte des Bogenschützen. Sie haben vielleicht schon den Namen gehört, ohne jedoch die Einzelheiten zu wissen. Der erste Eindruck, der hier vermittelt wird, ist daher vernichtend. Wer würde schon mehr über diesen traurigen Jammerlappen lesen wollen? Wenn die Geschichte nur ein klein wenig anders gestaltet worden wäre, hätte dieses Buch toll sein können.

Fazit

Obwohl das Kinderbuch durchaus vielversprechend klingt, konnte mich die Handlung nicht überzeugen. Rüdiger Bertram hat aus Robin Hood einen schwächlichen Jammerlappen gemacht, der ohne die Protagonisten nichts auf die Reihe bekommt. Diese unschöne Darstellung der bekannten Figur hat für mich alles ruiniert, weshalb ich das Buch leider nicht empfehlen kann.

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