Unsuitable – Nicht standesgemäß – Samantha Towle


*unbezahlte Werbung*
Taschenbuch:
 300 Seiten
Verlag: Sieben-Verlag (1. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3864437373
Preis: EUR 12,90, als eBook EUR 6,99
Come in: Netgalley / Rezensionsexemplar

Inhalt
Daisy May Smith wird beschuldigt Juwelen von ihrem Arbeitgeber gestohlen zu haben. Egal wie oft sie ihre Unschuld beteuert, niemand glaubt ihr, niemand sucht nach anderen Schuldigen und so muss sie ins Gefängnis. Nach 18 Monaten kommt sie auf Bewährung frei und will versuchen ihr Leben neu zu ordnen, vor allem aber, will sie das Sorgerecht für ihren Bruder zurück, der ins Heim musste. Ihr Bewährungshelfer verschafft ihr einen Job auf Matis Estate, was ihr finanziell auf die Füße helfen soll. Doch ihr neuer Boss, Kastor Matis, liebevoll Kas-Loch genannt, gibt sich hart und äußerst arrogant. Schon am ersten Tag zeigt er ihr deutlich wo ihr Platz ist. Obwohl er ein absolut unangenehmer Mensch ist, knistert es schon bald zwischen ihnen. Allerdings wächst mit der Anziehungskraft auch die Erkenntnis, dass auch Kastor dunkle Geheimnisse verbirgt.

Meine Meinung
Obwohl Daisy unschuldig ist, wird sie für ein Verbrechen verurteilt, dass man ihr anhand von Indizien nachweisen will. Niemand hört sich ihre Theorie an, niemand versucht die Beweise anders zu deuten, niemand will hören, dass sie nichts getan hat. Von einem Moment auf den Anderen verliert sie alles, doch davon will sie sich nicht runter ziehen lassen. Sie gibt ihr bestes, arbeitet hart und treibt Sport um die Zeit zu überstehen. Schließlich wird sie vorzeitig auf Bewährung entlassen. Nun will sie darum kämpfen alles neu aufzubauen, vor allem aber, will sie ihren Bruder zurück. Zum Glück steht ihre beste Freundin ihr zur Seite und unterstützt sie auf ihrem harten Weg.

Dass es für Daisy nicht leicht wird, dürfte allen klar sein. Sie war im Gefängnis und ist damit abgestempelt. Ob sie nun will oder nicht, man sieht in ihr einen Verbrecherin. Auch Kastor, ihr neuer Arbeitgeber, sagt ihr zu Beginn ganz deutlich, wo er sie sieht und warnt davor ihn zu bestehlen. Behörden machen es ihr schwer und selbst ihr Bruder nagt an ihr herum. Daisy muss sich vielen Fronten gleichzeitig entgegen stellen, sie muss die Zähne zusammen beißen um trotzdem ihr Ziel erreichen zu können.

Kastor Matis zeigt sich zuerst als ein richtiges Arschloch. Er ist arrogant und hochnäsig und blickt auf Daisy herab. Deshalb verdient er sich von ihr den Spitznamen “Kas-Loch”. Mit zusammen gebissenen Zähnen erträgt Daisy all seine Erniedrigungen und Sprüche. Dadurch entdeckt sie aber auch eine andere Seite an ihm. Diese Seite ist nett und zuvorkommend. Dieser Kas ist aufmerksam und zeigt ihr, dass er mehr in ihr sieht als die verurteilte Verbrecherin. Er sieht in ihr eine begehrenswerte Frau, deren Anziehung er sich entwinden will, es aber nicht kann.

Zwischen Daisy und Kas entsteht ein Katz- und Mausspiel. Mal suchen sie die gegenseitige Nähe, mal stoßen sie einander ab. Die Beziehung, die sich da langsam formt ist nicht einfach, denn beide haben so ihre Päckchen zu tragen. Immer wieder stoßen sie voller Leidenschaft zusammen, doch jedes Mal zieht sich Kas zurück. Erst spät kommt ans Licht, dass Kastor durchaus einen Grund hat, weshalb er tiefere Gefühle vermeiden will. Diesem aus dem Weg zu gehen, kann er aber auch nicht.

Während Daisy mit ihren Problemen kämpft und auch mit der möglichen Beziehung mit Kas, holt sie ihre Vergangenheit ein. Ein Phantom ihres Unglücks kommt zurück und droht ihr alles wieder zu nehmen, sollte sie ja die Wahrheit über die damaligen Ereignisse aussprechen. Diese Drohung schwebt über ihr und macht ihr unglaubliche Angst, denn sie könnte ihr alles nehmen, was sie sich wieder aufgebaut hat.

Neben Daisys Fall, wird in der Handlung noch ein weiteres Verbrechen aufgezeigt. Nach und nach kommen Informationen hinzu, die darauf hindeuten, dass eine gewisse Verbindung zwischen den Fällen besteht. Beide Verbrechen spielen eine große Rolle in der Handlung, wenn auch eher hintergründig. Die Erkenntnis wie alles zusammenhängt, ist schmerzlich und auch traurig, doch überaus passend für die Geschichte.

Es ist toll wie Samantha Towle die tieferen Emotionen in die Handlung einpflegt. Daisys Wut, ihre Verzweiflung und ihr Streben nach einer besseren Zukunft, werden durch die Worte zum Leben erweckt. Sie sind beinahe greifbar, was ein großer Pluspunkt des Ganzen ist. Die Autorin weiß, wie sie mit dem Leser spielen kann und ihm durch geschickte Wendungen Überraschungen bereitet. Ihr gelingt es eine unterschwellige Spannung zu erzeugen, die das gewisse Kribbeln hervorruft. Beim Ende war sie allerdings wirklich gemein, denn hier wird der Leser so richtig zappeln gelassen.

Fazit
Eine verworrene Geschichte um zwei Charaktere, deren Leben aus der Bahn geraten ist. Das Schicksal bringt sie zusammen, doch eine Beziehung kann kaum entstehen, da beide noch zu viel Ballast mit sich tragen. Die Klarheit, die am Ende aufkommt, ist durchaus zufriedenstellend, wenn auch voller Traurigkeit. Nicht unbedingt ein Roman für Menschen, die ein großes Happy End erwarten.

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